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Stolpersteine für Waltersbrück Drucken E-Mail
Samstag, den 03. Februar 2018 um 00:00 Uhr

Das ehemalige Wohnhaus der Familie Moses/Seligmann @Archiv Richard Faust, Neuental-Waltersbrück | nhNEUENTAL-WALTERSBRÜCK. Am Donnerstag, 8. Februar 2018, werden vier Stolpersteine für die Familie Moses/Seligmann in der Straße »Am Frankenhain« (zwischen den Hausnummern 6 und 14) in Waltersbrück verlegt. Das ehemalige Wohnhaus der Familie wurde abgerissen (heute stehen dort zwei Garagen). Drei der vier Familienmitglieder wurden von den Nationalsozialisten ermordet.

Betrachten wir deshalb zunächst den historischen Kontext. Schon Anfang der 1930er Jahre veränderte sich das politische Klima im Ort. Therese Olbrich, die als junges Mädchen (Jahrgang1929) Zeugin verschiedener Ereignisse wurde, spürte damals schon, dass etwas ganz Schlimmes mit der jüdischen Bevölkerung passieren würde. Verstehen konnte sie dies nicht, weil ihr Vater immer die Juden am Ort unterstützte und auch Geschäfte mit ihnen machte. Sie erinnert sich: „Gegenüber der Kaufmannsfamilie Rothschild war der ´Stürmer-Kasten´ angebracht. Darauf stand ganz groß zu lesen, ´Wer beim Juden kauft, ist ein Volksverräter´. Die Folgen der Propaganda schildert sie wie folgt: „Ich konnte noch nicht lesen. Vielleicht war ich in der ersten oder Anfang der zweiten Klasse. Vom Vater hatte ich den Auftrag, bei Rothschilds einzukaufen. Aus Furcht vor den Leuten ging ich nicht zu den Rothschilds, sondern in ein nichtjüdisches Geschäft. Mein Pech war, da ich nicht lesen konnte, dass auf der Kaffeetüte der Name der Kaufmannsfrau, Martha Otto, stand. Mein Vater fragte mich, wo ich eingekauft hätte. Daraufhin habe ich gesagt, bei Rothschilds. Da bekam ich natürlich meine Strafe“, weil Therese aus Angst gelogen hatte. 

Und dann kam der 8. November 1938, die Reichspogromnacht. Ziel des Angriffs der NS-Schergen in Waltersbrück war die jüdische Familie Seligmann mit der alten Mutter Berta Moses (Jahrgang 1850). Therese Olbrich erinnert sich an die damaligen Ereignisse: „Die Jugendlichen stürmten in die Wohnung und zerstörten alles, was ihnen in die Hände fiel. Dabei haben sie drei Mitglieder der Familie geschlagen und getreten. Die fast 90-jährige Berta Moses, haben sie die Treppe hinuntergestürzt. An den Folgen dieser Tat ist die Frau gestorben“. Auf ihrer Sterbeurkunde wurde offiziell vermerkt, dass sie an Altersschwäche und Herzlähmung in Waltersbrück verstorben ist. So ging das NS-Regime bürokratisch mit seinen Opfern um.

Aufgrund dieser Ereignisse verzogen die gebürtige Waltersbrückerin Betty, Jahrgang 1880, und ihr Ehemann, der Handelsmann Sally Seligmann, ebenfalls Jahrgang 1880, nach Frankfurt a.M. in die Anonymität der Großstadt.

„Das Ehepaar habe ich zuvor mit den letzten Habseligkeiten mit dem Handwagen zur Bahn nach Zimmersrode gebracht“, so Therese Olbrich. „Ein wenig Angst hatte ich schon, dabei gesehen zu werden. Sie waren mir so dankbar, als sie sich von mir verabschiedet haben. Diese Menschen taten mir unendlich leid!“

Im Jahr 1942 wurden Berta Moses Tochter, die fast sechzigjährige Betty Seligmann und ihr ebenso alter Ehemann Sally, gebürtig aus Wetzlar, von Frankfurt a. M. aus ins besetzte Polen deportiert und dort ermordet.

Sohn Siegfried, Jahrgang 1910, gelang bereits zwei Jahre vor der Reichspogromnacht, im Jahr 1936, die Flucht in die USA, wo er 1960 verstarb.

Symbolisch ist nun durch Gunter Demnigs Kunstwerk der Stolpersteine die Familie Seligmann wieder am zentralen Ort ihres Lebens vereint. Waltersbrück bekommt ein Stück Ortsgeschichte zurück, auf die man nicht stolz sein kann. Aber dieses Stück Ortsgeschichte ist unglaublich wichtig, denn es mahnt uns in der Gegenwart sensibel für Vorgänge zu sein, die zur Machtübernahme der Nationalsozialisten am 30. Januar 1933 vor 85 Jahren führten. Die Verlegung beginnt um 12:30 Uhr in der Straße „Am Frankenhain“. (Thomas Schattner | pm) 

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Kommentare   

 
+6 #12 Eowyn 2018-02-06 07:46
So ein alter Nazi wie sie, sollte eigentlich wegen Verleugnung des Holocaust angezeigt werden. Denn etwas anderes ist ihre Aussage nicht.
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+5 #11 LIesel 2018-02-05 23:18
nein, es kann nicht gut sein, man sieht es doch täglich in den Kommentaren von Rechten, die nur noch ein Thema kennen, Zuwanderung und da wird gelogen und phantasiert, was das Zug hält. Als wenn es das alles (Nazionallsozia lismus) nicht gegeben hätte.
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+9 #10 Mischa Lippold 2018-02-05 23:11
Ich gebe die Hoffnung nicht auf:

Dass irgendwann solche verblendeten Demagogen wie Sie ausgestorben sind.

Bis dahin sind solche Stolpersteine sehr wichtig, damit solchen Hetzern wie Ihnen es nicht gelingt, die Geschichte zu verdrehen.

Arme Wurst!
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+11 #9 Zella 2018-02-05 20:47
Vielleicht wissen Sie es nicht, weil Sie scheinbar in der Schule immer gepennt haben. Aber Rassenwahn, Völkermord und Kriegsverbreche n all das gab es während der Nazizeit. Ihre Kommentare zeigen doch deutlich, dass solche Aktionen wie das Setzen der Stolpersteine bitter nötig sind.
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-22 #8 Ersatzreifen 2018-02-05 20:26
Alles schön und gut aber irgendwann ist auch mal gut der Dinge.
Fast jeden Tag wird man mit dem Thema regelrecht zugeschüttet. Aber das schlimmste ist das die "Berichte" als schlimmer und blutrünstiger werden.
Die heutige Jugend muss ja denken das damals der Himmel schwarz und die Sonne blutrot gewesen sein muss.
Das grenzt ja schon fast an Rassenwahn.
Die werden ja regelrecht als Übermenschen projiziert.
Und das traurige ist das die heutige Jugend das Zeug auch noch frisst was sie über die Medien in den Schädel gehämmert kriegen.
Gute Nacht Deutschland
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+23 #7 LIesel 2018-02-04 13:21
das ist ein Teil deutscher Kultur. Kein erfreulicher Teil, aber dennoch erlebte deutsche Geschichte. Kultur ist nicht immer etwas was man mit stolzgeschollen er Brust erzählt.
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+2 #6 LIesel 2018-02-04 00:24
Lieber Ersatzreifen, den Spruch habe ich bestimmt ein Jahr nicht mehr benutzt, danke und gleichfalls für die netten Grüße.
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-33 #5 Ersatzreifen 2018-02-03 21:35
Bitte mal andere Sprüche. Die haben nämlich nen Bart bis an die Knie. :P
Aber auch Ihnen sei noch ein frohes neues Jahr gewünscht
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+7 #4 LIesel 2018-02-03 21:29
wieder Luft raus, wohl platt gefahren?
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-31 #3 Ersatzreifen 2018-02-03 20:58
Ach Eowyn wieder!
Wünsche Ihnen noch nachträglich ein frohes neues Jahr und vor allem Gesundheit :P
Mit freundlichen grüßen Ihr

Ersatzreifen
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