Alsfeld: Auf Streife mit der Ordnungspolizei Drucken E-Mail
Freitag, den 02. März 2018 um 11:09 Uhr

Alsfelder Ordnungspolizisten auf Streife ALSFELD. Falschparkende Autos, schlafsuchende Lastwagenfahrer und allerhand Kurioses: Wenn die Ordnungspolizei der Stadt Alsfeld auf Streife geht, liegtnh24 Fotostrecke immer viel Arbeit an. Regelmäßig sorgen die Menschen in Uniform für Recht und Ordnung in der über 15.000 Einwohner zählenden Kommune.

So auch bei einem vierstündigen Abenddienst in den vergangenen Tagen, der besonders der Kontrolle von Lastwagen diente.

„Zur Sicherheit sind wir heute lieber zu zweit unterwegs“, leiteten die Beamten den Abend im Hinblick auf mögliche Beleidigungen und Aggressionen ein. Gleich die erste Kontrolle hatte eine gewisse Brisanz und diente der Überwachung des ruhenden Verkehrs im Gewerbegebiet Dirsröder Feld. Dieser hat dort nämlich weder in Form von Autos noch in Form von Lastwagen etwas zu suchen.

Überall Hinterlassenschaften von vermutlich Lastwagenfahrern am Gewerbegebiet Dirsröder Feld„Hier herrscht absolutes Halteverbot“, machten die Ordnungshüter anhand der Vielzahl von Verkehrsschildern deutlich. Hintergrund für das Verbot sei die Freihaltung der Alarmausfahrt des Technischen Hilfswerks sowie die Reinhaltung des Bereichs von Abfall. Leere Flaschen, Speisereste und sogar Fäkalien sammelten sich dort immer wieder an und zeigten sich auch an jenem Abend in großen Mengen.

Zuletzt kam es dort auch zu einem großen Feuerwehreinsatz, weil sich ein falsch parkender Lkw den Kraftstofftank aufgerissen hatte.

Um das „Knöllchen“ hinter den Scheibenwischer der lastwagen zu stecken, müssen sich die Ordnungsbeamten teilweise ganz schön streckenBis zu 30 Bußgelder pro Kontrolle
Auf der Suche nach einem nächtlichen Schlafplatz interessiert das Parkverbot am Dirsröder Feld offensichtlich die wenigsten Berufskraftfahrer, denen augenscheinlich die Einhaltung der gesetzlichen Ruhezeit im Nacken sitzt. „Wir haben hier jetzt schon über ein Dutzend Mal kontrolliert, bis zu 30 Bußgelder wurden pro Kontrolle verhängt“, resümierten die Ordnungshüter. So wurde auch an diesem Abend das Dirsröder Feld zum Spannungsfeld menschlicher Charaktere. Von der entschuldigenden Einsicht bis hin zur pöbelnden Beleidigung reichten die Reaktionen von den Fahrerplätzen, wenn die Beamten die Parksünder freundlich aber betont auf ihre begangene Ordnungswidrigkeit ansprachen.

Lastwagenfahrer ignoriert offensichtlich ein Verbotsschild Alarmausfahrt des THWs blockiert
Sehr oft führten die Lastwagenfahrer an, dass sie keinen anderen Parkplatz gefunden hätten. „Wir stehen ja nicht mit Absicht oder zum Spaß hier, wir wollen die gesetzlichen Ruhezeiten einhalten“, sagte einer der Fahrer. In gewisser Weise zeigten die Kontrolleure dafür Verständnis. „Vorsatz liegt hier nicht vor, dennoch wird ein Bußgeld von bis zu 25 Euro fällig“, so ihre Erklärung zur Missachtung der Verkehrszeichen. Bei allem Einfühlungsvermögen mit den Lkw-Fahrern machten sie deutlich: Wenn das THW zum Einsatz muss, muss freie Bahn herrschen. Zudem führten sie die Schäden für die Stadt Alsfeld an: Wilde Müllablagerungen, tiefe Fahrspuren in der Bankette und sogar beschädigte Straßenlaternen. Der Aufwand und die Kosten für die Beseitigung sind nach Angaben von Bürgermeister Stephan Paule erheblich. „Das ist Arbeitszeit und Personal, welches dafür an anderer Stelle fehlt“, so der Bürgermeister.

Laterne auf Halbmast am Gewerbegebiet Dirsröder FeldUmgefahrene Straßenlaternen
Auch an diesem Abend hing am Gewerbegebiet Dirsröder Feld wieder eine Straßenlaterne auf Halbmast. Nach der Dokumentation des Schadens ging es für die Ordnungspolizei ohne Pause gleich weiter zum nächsten Einsatzort. Bei der Fahrt durch das Stadtgebiet fiel den Ordnungshütern ein falsch geparktes Cabriolet am Straßenrand auf, es wurde entgegen der Fahrtrichtung abgestellt. „Zum Halten oder Parken ist an den rechten Fahrbahnrand heranzufahren“, erklärten die Beamten. Das ist so im vierten Absatz des zwölften Paragraphen der Straßenverkehrsordnung geregelt und zieht bei Nichtbeachtung ein Bußgeld von 15 Euro nach sich. Diese Regelung ist keineswegs neu und war schon im Jahr 1934 in der Reichsstraßenverkehrsordnung enthalten. „Dennoch stellen wir diesen Verstoß immer wieder fest“, wunderten sie sich.

Demontiertes Verbotsschild am Gewerbegebiet OstUnd auch bei der zweiten Kontrolle in den Gewerbegebieten „Ost I“ und „Ost II“ standen parkende Lastwagen im Fokus. Hier hatten die Beamten vor kurzem ein nicht sehr appetitliches Erlebnis, so wurde ein Halteverbotsschild demontiert und in der angrenzenden Böschung mit einer menschlichen Notdurft versehen. Ob das eine Botschaft eines Lastwagenfahrers zum Parkverbot darstellen sollte, ließen die Beamten unkommentiert.

Und auch an diesem Abend fanden sie dort wieder ein demontiertes Verbotsschild am Straßenrand vor, jedoch wenige falsch parkende Lastwagen. Einer davon stand mit halbgeöffneter Tür am Straßenrand, vom Fahrer weit und breit keine Spur. Die zunehmende Verwunderung der Ordnungshüter wurde durch hämmernde Geräusch aufgelöst. Urplötzlich kroch ein Mann unter dem Lastwagen schmutzverschmiert hervor und schilderte sein Malheur in Form einer Panne. In diesem Fall sahen die Ordnungspolizisten von einem Bußgeld ab, doch der nächste Parksünder wartete nur wenige Meter entfernt. Ein Holzlaster aus Osteuropa, der Fahrer grüßte direkt freundlich in fast akzentfreiem Deutsch: „Ich dachte um diese Uhrzeit haben Beamte schon Feierabend“. Bereitwillig zahlte er das Bußgeld und zeigte Verständnis. „Die machen auch nur ihren Job, so wie ich meinen Job mache“, erklärte er. Wenig Verständnis zeigte er jedoch über die wenigen Parkplätze für Lastwagen bei Alsfeld. „Wo sollen wir denn Parken?“, auch seine Frage.

Die Parksünder werden per App mit einem Smartphone dokumentiertTäglich 10.582 Lastwagen auf der A5
Laut Angaben von Hessen Mobil Mittelhessen rollen durchschnittlich 10.582 Lastwagen pro Tag über die Autobahn 5 bei Alsfeld. „Diese Angabe entspricht der Erhebung der bundesweiten Straßenverkehrszählung aus dem Jahr 2015“, so Pressesprecherin Cornelia Höhl. Zur Frage, wie viele Parkplätze für Lastwagen bei Alsfeld verfügbar sind und ob weitere in Planung sind, konnte sie vorerst keine Angaben machen. Ebenso ob es aus Sicht von Hessen Mobil Probleme mit zu wenig vorhandenen Lkw-Parkplätzen oder wild parkender Lastwagen im Bereich von Alsfeld gibt. „Wir müssen für die Beantwortung der Fragen noch um etwas Geduld bitten“, so die Pressesprecherin. (pw)

nh24 bei Facebook
https://www.facebook.com/nh24de

Banner

Share
 

Kommentare   

 
+19 # Alyeska 2018-03-02 14:17
In einem Gewerbegebiet sollten doch sinnvollerweise auch Parkplätze für LKW vorhanden sein!
Ansonsten dürfte es auch kein Problem sein, Dixis o.vglb. hinzustellen und regelmäßig zu kontrollieren, dann sollte es auch weniger "wilde Ablagerungen" von menschlichen Hinterlassensch aften geben.
Antworten | Antworten mit Zitat | Zitieren
 
 
+9 # Andi Arbeit 2018-03-02 15:33
Wie sollen denn die Dixi-Toiletten nach ein paar Tagen aussehen? Man muss doch nur an die öffentlichen Parkplätze an der A5 denken, die mit Toilettenhäusch en ausgestattet sind. Es ist einfach nur ekelig, dort sein Geschäft zu verrichten. Den Toilettengang in der freien Natur befürworte ich NICHT, aber so manchen Reisenden kann ich verstehen.

Parkplätze für LKWs in einem Gewerbegebiet sind sicherlich vorhanden, nur sollen diese zum Be- und Entladen und nicht zum Übernachten dienen. Vielleicht sollte man die zu beliefernden Firmen mal dazu anregen, eventuell entsprechende Stellplätze auf ihrem Gelände zur Verfügung zu stellen, damit der Lieferant auch eine Möglichkeit hat, die Lenk - und Ruhezeiten einzuhalten. Mehr Sicherheit wäre für den LKW-Fahrer dann auch gegeben...
Antworten | Antworten mit Zitat | Zitieren
 
 
+8 # Marcus Wege 2018-03-02 16:03
Im Gewerbegebiet Gottesrain bei Homberg Ohm ( Maxi Autohof) gibt es stellenweise Parkmöglichkeit en aber entweder durch dicke Felsblöcke oder abgemeldete PKWS und LKWs blockiert und dort habe ich nie einen Streifenwagen gesehen. Mittlerweile säumen dort auch Parkverbots Schilder die Straßen dort. Es wurden die letzten Jahre sämtliche kleinen Rastplätze auf den Autobahnen geschlossen und kein Ersatz geschaffen.
Antworten | Antworten mit Zitat | Zitieren
 
 
0 # Martin_Horn 2018-03-02 21:58
zitiere Marcus Wege:
Es wurden die letzten Jahre sämtliche kleinen Rastplätze auf den Autobahnen geschlossen und kein Ersatz geschaffen.

An welchen Autobahnen soll das sein?
Antworten | Antworten mit Zitat | Zitieren
 
 
-1 # K.Schmitt 2018-03-03 21:59
Hallo,

Die geschlossenen Parkplätze befinden sich an den Autobahnen A1,A2,A4,A6,A7, A27,A28,A29,A45 usw.
Antworten | Antworten mit Zitat | Zitieren
 
 
+4 # Martin_Horn 2018-03-04 15:23
Es mag ja sein, dass einige der kleinen Parkplätze geschlossen wurden, aber bei Weitem nicht sämtliche.
Gerade auf de A7 in Niedersachsen findet man davon noch etliche, ebenso zwischen Fulda und Würzburg.
Und von ersatzlos kann nun angesichts der vielen erweiterten Parkplätze auch keine Rede sein
Antworten | Antworten mit Zitat | Zitieren
 
 
+9 # Andi Arbeit 2018-03-02 19:38
Das Gelände rund um die Tankstelle wird privat betrieben. Dort kontrolliert keine Polizei, sondern ein privater Sicherheitsdien st. Die fackeln auch nicht lange, wenn dort mal länger geparkt wird. Schon so mancher Pendler musste nach der Nachtschicht sein Auto beim Abschleppdienst abholen.
Im dahinterliegend en Industriegebiet wäre auch genügend Platz für LKWs, aber die sind dort auch nicht gerne gesehen. Grund: Alles wird vermüllt und zugekotet. Einige sagen daher Mülltonnen aufstellen. Wer stellt sie auf und wer macht sie leer? Toiletten sind im Rasthof zu finden, aber da muss der Trucker für sein Geschäft zahlen. Was macht er - er geht ins Gebüsch. Dieses Thema wird ein Fass ohne Boden sein...
Antworten | Antworten mit Zitat | Zitieren
 
 
+14 # Heinz Becker 2018-03-02 20:32
Die Politik der Bundesregierung ist verantwortlich für die Misere. Immer mehr Güter werden mit dem Lkw transportiert, immer mehr Unternehmen bedienen sich ausländischer Transportuntern ehmen um Geld zu sparen. Ich war bei einer Müll Sammelaktion rund um die Raststätte Pfefferhöhe dabei! Es war teilweise richtig gefährlich, weil man sich an Scherben und oder aufgerissenen Blechdosen hätte schneiden können. Kaum einer kann sich vorstellen, was für Mengen an Flaschen dort lagen, welche mit Urin randvoll gefüllt waren. 90% dieser Flaschen waren nicht deutscher Herkunft.
Die Lkw welche sich dort oben aufhalten haben das Ziel Alsfeld nur zum Übernachten, nicht aber um Waren anzuliefern oder abzuholen. Warum soll die Stadt für die verfehlte Politik Bundesautobahn = Bund aufkommen und Parkplätze schaffen? Kassieren, Kassieren, Kassieren lasst die Leute in der Innenstadt in Ruhe und stellt da oben einen beheizten Baucontainer auf.
Antworten | Antworten mit Zitat | Zitieren
 
 
-19 # Trucker 2018-03-02 21:12
Mir scheint Sie haben die Urinflaschen ausgetrunken, anders kann ich mir den Kommentar nicht erklären :D :D :D
Antworten | Antworten mit Zitat | Zitieren
 
 
+9 # Heinz Becker 2018-03-03 13:45
@ Trucker, ich weiß nicht, was Sie an meinem Kommentar stört? Es ist die Realität! Sie sind nur unfreundlich und haben keine Argumente! Wären Sie im Fernverkehr unterwegs, wüssten Sie um das Problem der fehlenden Parkplätze auf Bundesautobahne n! Die Kommunen haben unter dem Dreck und der Zerstörung durch wild parkende Lkw zu leiden!
Antworten | Antworten mit Zitat | Zitieren
 

Kommentar schreiben


Sicherheitscode
Aktualisieren

Valid XHTML & CSS | Template Design ah-68 | Copyright © 2009 by NH24